TL;DR
- Kaufnebenkosten summieren sich auf 10–15 % des Grundstückspreises
- Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % je nach Bundesland
- Notarkosten: ca. 1,5 % des Kaufpreises
- Grundbuchgebühren: ca. 0,5 % des Kaufpreises
- Diese Kosten können nicht über den Kredit finanziert werden — Eigenkapital nötig
Warum Baunebenkosten so oft vergessen werden
Matthias Büdenbender bringt es direkt auf den Punkt:
„Das Haus ist ja nur ein Bestandteil von der Gesamtinvestition. Und da wird schon mal gerne vieles vergessen in den Gesprächen."
Zu den am häufigsten vergessenen Positionen zählen die Kaufnebenkosten beim Grundstückserwerb.
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer fällt beim Kauf eines Grundstücks oder eines bebauten Grundstücks an. Sie ist Ländersache und variiert erheblich:
| Bundesland |
Steuersatz |
| Bayern |
3,5 % |
| Sachsen |
5,5 % |
| NRW, Berlin, Saarland |
6,5 % |
| Deutschland Ø |
ca. 5,0 % |
Bei einem Grundstückspreis von 150.000 € macht das in Bayern 5.250 € — in NRW 9.750 €.
Notarkosten
Jeder Immobilienkauf muss notariell beurkundet werden. Die Notargebühren sind bundesweit nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) geregelt und betragen ca. 1,0–1,5 % des Kaufpreises.
Dazu kommen Kosten für Beglaubigungen, Abschriften und eventuelle Nebenleistungen.
Grundbuchgebühren
Die Eintragung ins Grundbuch kostet ca. 0,3–0,5 % des Kaufpreises. Bei einer Grundschuld (für die Bankfinanzierung) kommen weitere 0,1–0,2 % hinzu.
Maklercourtage
Wird das Grundstück über einen Makler erworben, fällt zusätzlich die Maklercourtage an — seit 2020 maximal je 3,57 % für Käufer und Verkäufer. Nicht immer ist ein Makler involviert, aber wenn doch, ist das ein erheblicher Posten.
Gesamtüberblick: Kaufnebenkosten auf einen Blick
Bei einem Grundstückspreis von 150.000 € in NRW:
| Position |
Betrag |
| Grunderwerbsteuer (6,5 %) |
9.750 € |
| Notarkosten (1,5 %) |
2.250 € |
| Grundbuch (0,5 %) |
750 € |
| Summe |
12.750 € |
Ohne Makler. Mit Makler kommen nochmals ca. 5.355 € dazu.
Wichtig: Kein Kredit für Nebenkosten
Die meisten Banken finanzieren die Kaufnebenkosten nicht mit dem Hypothekendarlehen — sie müssen aus Eigenkapital bestritten werden. Das ist einer der Hauptgründe, warum Büdenbender empfiehlt, mindestens 20 % Eigenkapital zu haben.